Reisende, die jetzt mit dem Auto ins Ausland fahren oder auf dem Heimweg sind, können trotz der derzeit sehr hohen Kraftstoffpreise je nach Reiseland Geld sparen. Warum Tanken in anderen Ländern immer noch günstiger ist. Update: Slowenien beschränkt Tankmenge doch nicht Polen setzt Preisgrenze Österreich startet Spritpreisbremse Italien senkt Kraftstoffpreise um 25 Cent Wer zu einer Autofahrt ins Ausland startet, tankt häufig hinter der Grenze billiger. Insbesondere wenn es in Richtung Osten oder Südosten geht, sind die Spritpreise fast immer deutlich niedriger als in Deutschland. Dies geht aus Daten der EU-Kommission hervor. Dieser Trend setzt sich derzeit auch trotz des Irankriegs fort. Allerdings sind die Unterschiede nicht mehr ganz so groß wie zu Beginn des Irankriegs. Auch im Ausland sind die Benzinpreise dynamisch Reisende sollten beachten, dass die Kraftstoffpreisentwicklung dieser Tage sehr dynamisch ist. Es ist weiter keine Entspannung an den Tankstellen zu erkennen. Laut der ADAC Preiserhebung von Mittwoch, 1. April, kostet Diesel 2,327 Euro, Super E10 2,129 Euro je Liter. Auch in den anderen europäischen Ländern sind die Kraftstoffpreise weiterhin hoch. Einige Länder haben darauf mit Steuersenkungen oder Preisbremsen reagiert. Es gibt – nicht nur wegen der aktuellen Maßnahmen – Länder, in denen man sein Fahrzeug günstiger als in Deutschland betanken kann. Dazu gehören grundsätzlich meist Luxemburg, Österreich, Polen, Slowenien und Tschechien. Polen setzt Preisgrenze Weil das Tanken auch in Polen teurer geworden ist, gibt es jetzt seitens der Regierung Entlastungen. Die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel ist ab sofort von 23 Prozent auf acht Prozent gesenkt und das Energieministerium wird täglich einen Höchstpreis für die Kraftstoffe festlegen. Die Regierung rechnet damit, dass die Preise für Benzin und Diesel um umgerechnet 28 Cent pro Liter sinken. Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf sind nicht geplant. Allerdings will die polnische Regierung den Markt im Hinblick auf ein mögliches Auftreten von Tanktourismus beobachten. Sollte dieser zunehmen, sei die Einführung zusätzlicher Gegenmaßnahmen möglich, kündigte Ministerpräsident Donald Tusk an. Slowenien: Günstig Tanken mit Deckelung Derzeit ist Sprit in Slowenien vergleichsweise günstig, da der Preis bis vorerst 7. April gedeckelt ist. Benzin kostet 1,62 Euro, ein Liter Diesel 1,81 Euro. Laut slowenischen Medienberichten hat die Regierung die Verordnung zur Begrenzung der maximal verkauften Kraftstoffmenge, die Ende März in Kraft getreten wäre, zurückgenommen. Kroatien: Staatlich regulierte Höchstpreise Auch Kroatien hat abseits von Autobahnen und Schnellstraßen staatlich regulierte Höchstpreise, die üblicherweise deutlich unter den deutschen Durchschnittspreisen liegen. Spritpreisbremse in Österreich Nach Informationen des ÖAMTC ist Preis im März für Diesel um rund 70 Cent, für Benzin um 40 Cent pro Liter gestiegen, im Monatsdurchschnitt war Diesel um 46,3 Cent, Super um 28,2 Cent teurer als im Februar. In den letzten März-Tagen kostete der Liter Diesel im Schnitt knapp unter 2,25 Euro – ein neuer Höchstwert in Österreich. Damit liegen die aktuellen Dieselpreise nominell höher als zu Beginn des Ukraine-Krieges (auch aufgrund der mittlerweile geltenden CO₂-Bepreisung). Sollten die Preise weiter derart rasch steigen, könnte die zum 1. April in Kraft getretene Spritpreisbremse diese Entwicklung bestenfalls verlangsamen, so die Einschätzung der ÖAMTC-Experten. Mit der Spritpreisbremse sollen die Preise für Benzin und Diesel insgesamt um zehn Cent je Liter sinken. Schon jetzt ist die Mineralölsteuer in Österreich niedriger als in Deutschland. Dadurch ist Sprit generell etwas günstiger. Im Gegensatz zu Deutschland sind Preiserhöhungen obendrein an Tankstellen zumindest bis Mitte April nur dreimal die Woche erlaubt. Ein Senken der Preise ist jederzeit möglich. Italien senkt die Kraftstoffpreise per Dekret Derzeit tankt man auch in Italien deutlich günstiger als bislang. Die italienische Regierung hat eine Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel beschlossen und umgesetzt. Damit werden die Kraftstoffpreise um 25 Cent pro Liter gesenkt. Mit dieser Maßnahme reagiert Italien auf die stark gestiegenen Preise an den Zapfsäulen. Die Regelung gilt vorerst bis Mittwoch, 8. April. Spritpreise: Obergrenze in Ungarn Auch Ungarn reagiert auf die hohen Kraftstoffpreise mit einem Preisdeckel. Zudem gibt die Regierung staatliche Öl-Reserven frei. Wichtig für Reisende: Laut der Deutschen Presse-Agentur gelten die maximalen Treibstoffpreise "nicht für die Betankung von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen". Urlauber und Urlauberinnen profitieren demnach nicht von den gedeckelten Preisen und müssen teurer tanken. Slowakei: Wer aus dem Ausland kommt, zahlt mehr Der Tanktourismus in die Slowakei hat zu Engpässen an den Tankstellen geführt. Jetzt hat die slowakische Regierung darauf reagiert. Ab sofort gelten für Reisende aus dem Ausland höhere Spritpreise als für Inländer. Der Preis, den ausländische Autofahrer und Autofahrerinnen bezahlen müssen, setzt sich aus dem ermittelten Durchschnittspreis der Länder Österreich, Tschechien und Polen zusammen. Darüber hinaus gilt eine Beschränkung des Kraftstoffverkaufs bis Mitte April. Diese sieht vor: Verkauf vor Treibstoff nur bis 400 Euro pro Fahrzeug Mitnahme von mehr als 10 Litern in Kanistern verboten Treibstoffverkäufe ins Ausland werden zusätzlich begrenzt. Inwieweit steht noch nicht fest. Gewinndeckelung in Griechenland Die griechische Regierung vermutet Wucher hinter den drastisch gestiegenen Spritpreisen und hat deshalb eine Gewinndeckelung verfügt. Raffinerien dürfen ab sofort höchstens 5 Cent pro Liter Kraftstoff Gewinn machen. Tankstellen haben eine Gewinnspanne von 12 Cent. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit Strafen in Millionenhöhe rechnen. Die Verordnung gilt bis zum 30. Juni 2026. Auch in Griechenland sind seit Beginn des Irankriegs die Preise drastisch gestiegen. Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist Selbst wenn der Literpreis aufgrund des Irankriegs in vielen Ländern Europas deutlich steigt, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt es daran, dass dort deutlich geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt. Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Teurer als in Deutschland war der Diesel meistens in der Schweiz. Aktuell liegt der Preis im landesweiten Durchschnitt bei 2,39 Euro. Die Niederlande und Dänemark haben sehr oft höhere Kraftstoffpreise als Deutschland. Dort lohnt sich der Tankstopp meist nicht. Tank-Tourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam Viele Autofahrer und Autofahrerinnen überlegen, ins benachbarte Ausland zum Tanken zu fahren. In Tschechien führte dies bereits zu langen Warteschlangen an den Zapfsäulen. In der Slowakei wurde der Kraftstoff knapp. Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien lösten in der Vergangenheit eine Art Tank-Tourismus aus. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb vermehrt Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns. Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten. Auch im Ausland regionale Unterschiede Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App. Mit Material von dpa.