Lebensmittelvergiftung: Das hilft im Krankheitsfall
Von Verena Dost

Eine Lebensmittelvergiftung entsteht durch den Verzehr verdorbener Speisen und verursacht Magen-Darm-Beschwerden. Sie kann unangenehm und in Extremfällen lebensbedrohlich sein.
Auslöser sind Bakterien, Viren oder Parasiten in der Nahrung
Wichtig: Austrocknung und Elektrolytmangel vermeiden
Bei schweren oder anhaltenden Symptomen zum Arzt
Was ist eine Lebensmittelvergiftung?
Eine Lebensmittelvergiftung ist eine Magen-Darm-Erkrankung. Sie entsteht, wenn über verdorbene Lebensmittel giftige (toxische) Stoffe in den Körper gelangen. Mettbrötchen auf dem Sommerfest, ein Salat vom Hotelbuffet oder ein nicht ganz durchgegartes Stück Fisch oder Fleisch – fast jeder hat sich so schon einmal den Magen verdorben. Meistens klingen die Symptome einer Lebensmittelvergiftung schnell wieder ab. Bei starkem Flüssigkeitsverlust oder hohem Fieber, ist schnelles Handeln angesagt.
Ist eine Lebensmittelvergiftung ansteckend?
Wer aufgrund von vergifteter Nahrung erkrankt, ist nicht ansteckend. Vermehren sich Keime oder Parasiten wie Salmonellen, Noroviren oder Giardien allerdings im menschlichen Körper, besteht je nach Erregertyp manchmal wochenlang Ansteckungsgefahr.
Lebensmittelvergiftung, Magen-Darm-Infekt oder Allergie?
Die Symptome sind bei einer Magen-Darm-Grippe und einer Lebensmittelvergiftung ähnlich und eine Unterscheidung schwierig. Ein Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) wird durch Krankheitserreger ausgelöst. Im Gegensatz zur Lebensmittelvergiftung erfolgt die Ansteckung nicht nur über Lebensmittel, sondern auch beispielsweise über eine
Tröpfcheninfektion (Kontakt mit Erkrankten) oder
Schmierinfektion (verunreinigte Gegenstände).
Bei Menschen mit Nahrungsmittelallergien führt der Verzehr bestimmter Lebensmittel zu allergischen Reaktionen. Die Beschwerden können den Symptomen einer Lebensmittelvergiftung ähneln. Meist treten zusätzlich Juckreiz, Schwellungen im Mund und Rachen oder Hautausschläge auf, sodass man die Allergie gut von einer Vergiftung abgrenzen kann.
Welche Symptome treten bei einer Lebensmittelvergiftung auf?
Folgende Anzeichen treten häufig bei einer Lebensmittelvergiftung auf:
Übelkeit
Erbrechen
Durchfall (teils blutig)
Bauchschmerzen und Krämpfe
Müdigkeit
Muskel- und Gliederschmerzen
Austrocknung durch starken Flüssigkeitsverlust (Dehydratation)
Schwindelgefühl oder Verwirrtheit infolge des Wasserverlusts
Die Symptome einer Lebensmittelvergiftung können unterschiedlich stark ausgeprägt sein - je nach Art des Erregers und der Menge des aufgenommenen Lebensmittels.
Eine schwere Lebensmittelvergiftung kann zu ausgeprägten Beschwerden und ernsthaften Komplikationen wie Nierenversagen oder einer Blutvergiftung führen. Bei einigen Vergiftungen kann es zu Folgeschäden kommen, zum Beispiel zu Lähmungen, wenn das Nervensystem beeinträchtigt wurde, oder zu einer Entzündung der Herzinnenwand oder des Bauchfells bei einer Infektion mit Listerien (Listeriose). Im schlimmsten Fall verläuft eine Lebensmittelvergiftung tödlich.
Wann treten die ersten Symptome einer Lebensmittelvergiftung auf?
Wann nach dem Verzehr von verunreinigten Lebensmittel die ersten Beschwerden auftreten ist unterschiedlich. Abhängig vom Erreger und dem aufgenommenen Giftstoff kann die Inkubationszeit, die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome, wenige Minuten, Stunden oder mehrere Tage betragen.
Wie lange dauert eine Lebensmittelvergiftung an?
Bei den meisten Menschen klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage von allein ab. Gerade für vorerkrankte ältere Personen, Schwangere, Babys oder kleine Kinder kann eine schwere Lebensmittelvergiftung aber mitunter gefährlich werden und eine ärztliche Behandlung erfordern. Manchmal ist auch ein Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich.
Für wen kann eine Lebensmittelvergiftung gefährlich werden?
Für Säuglinge und Kleinkinder sowie für ältere Menschen kann eine Lebensmittelvergiftung gefährlich werden. Bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann es zu schweren Verläufen mit Komplikationen kommen.
Was löst eine Lebensmittelvergiftung aus?
Eine Lebensmittelvergiftung kann durch eine Vielzahl von Erregern verursacht werden. Zu den häufigsten bakteriellen und viralen Auslösern gehören:
| Erreger von Lebensmittelvergiftungen | Vorkommen (Beispiele) |
|---|---|
Salmonellen (Bakterien) | Eier, rohes Geflügel, andere tierische Produkte |
E. coli (Darmbakterien) | Rohes und unzureichend gegartes Fleisch, Obst, Gemüse |
Listerien (Bakterien) | Rohes Fleisch, Käse, unpasteurisierte Milch |
Noroviren | unzureichend gegarte Meeresfrüchte, Obst, Gemüse, kontaminiertes Wasser |
Campylobakter (Bakterien) | rohes Geflügel, Milchprodukte, kontaminiertes Wasser |
Clostridien (Bakterien) | Konserven, vakuumverpackte Lebensmittel, Honig |
Welche Parasiten lösen eine Lebensmittelvergiftung aus?
Auch Parasiten können die Ursache für eine Lebensmittelvergiftung sein:
| Erreger | Vorkommen (Beispiele) |
|---|---|
Toxoplasma gondii (Erreger der Toxoplasmose) | Unzureichend gekochtes Fleisch, kontaminiertes Wasser, Katzenkot |
Cryptosporidium | Mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser |
Giardia lamblia | Wasser, Schmierinfektion mit dem Kot infizierter Tiere und Menschen |
Anisakis, Pseudoterranova (Erreger der Heringswurmkrankheit) | Roher Fisch (z.B. auch in Sushi) |
Können Pilze eine Lebensmittelvergiftung auslösen?
Ja, auch durch bestimmte Pilze kann es zu einer Nahrungsmittelvergiftung kommen. Der Knollenblätterpilz ist zum Beispiel einer der giftigsten Pilze. Er kann zu Vergiftungserscheinungen, Leber- und Nierenversagen führen.
Wie kommt es zu einer Fischvergiftung?
Zu einer Fischvergiftung kommt es durch ein bestimmtes Gift, das die Fische entweder selbst produzieren oder aufgenommen haben. Durch den Verzehr des Fischs gelangen Toxine auch in den menschlichen Körper. Ein Beispiel ist die Ciguatera, eine häufige tropische Fischvergiftung, die laut Auswärtigem Amt weltweit jedes Jahr mindestens 50.000 Reisende ereilt. Besonders groß ist das Risiko in tropischen und subtropischen Strandgebieten. Das von Algen gebildete Ciguatoxin wird über den Fisch aufgenommen und wirkt auf das menschliche Nervensystem.
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Magen verdorben: Was tun?
Schonen Sie sich, wenn Sie erste Symptome einer Lebensmittelvergiftung feststellen. Meistens klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage von selbst ab. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper jedoch viel Flüssigkeit und Nährstoffe. Daher ist es wichtigste, diesen Verlust auszugleichen.
Was essen und trinken bei einer Lebensmittelvergiftung?
Essen Sie leicht verdauliche Lebensmittel, um den Magen-Darm-Trakt nicht weiter zu reizen. Als gut verträglich empfinden viele den Verzehr von:
Bananen
Äpfeln
Reis
Zwieback
Zudem ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken, z.B.:
Brühe
Wasser
Tee mit Zucker
Mit einer selbstgemachten Elektrolytlösung lässt sich zudem der Wasser- und Nährstoffverlust ausgleichen.
Wann zum Arzt bei einer Lebensmittelvergiftung?
Vor allem bei starkem, wässrigen Durchfall und häufigem Erbrechen droht durch den hohen Flüssigkeitsverlust ein Kreislaufversagen. Ein Besuch in der hausärztlichen Praxis ist bei folgenden Symptomen angezeigt:
Schlechter Allgemeinzustand
Beschleunigte Atmung oder schnellerer Herzschlag
Eingefallene Augen, Wangen oder Gesicht
Trockene, unelastische Haut, bei der eine Falte stehenbleibt, wenn sie zusammengedrückt und losgelassen wurde
Benommenheit
Trockene Augen, Lippen und Zunge
Starker Durst
Dunkler Urin oder fehlender Harndrang
Medikamente bei Lebensmittelvergiftung?
Bei extremem Erbrechen oder mehr als zehn Durchfällen täglich ist es möglich, Wirkstoffe wie Metoclopramid (MCP) oder Loperamid einzunehmen. Holen Sie sich hierzu ärztlichen Rat. In einigen Fällen verschreiben Ärztin oder Arzt zudem ein Antibiotikum, zum Beispiel bei bestimmten Bakterien wie Listerien.
Wie lässt sich einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen?
Wichtige Verhaltensweisen, um eine Lebensmittelvergiftung zu Hause oder im Urlaub zu verhindern, sind laut Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit.
Keine rohen Lebensmittel: Verzehren Sie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier nicht roh oder halbgegart. Das Innere des Lebensmittels sollte bei der Zubereitung mindestens 70 °C erreichen.
Obst und Gemüse waschen: Reinigen Sie rohes Obst und Gemüse gründlich unter fließendem Wasser oder schälen Sie es vor dem Verzehr.
Verderbliche Lebensmittel kühlen: Transportieren und lagern Sie verderbliche Lebensmittel wie Milchprodukte, Speiseeis, Fleisch und Fisch bis zum Verzehr gut gekühlt. Die ideale Kühlschranktemperatur liegt unter 5 °C.
Auftauen: Tauen Sie gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auf. Entfernen Sie das Tauwasser sorgfältig.
Küchenhygiene: Verwenden Sie zur Zubereitung roher Lebensmittel immer saubere Küchenutensilien. Reinigen Sie Arbeitsflächen und Küchenutensilien nach dem Gebrauch sorgfältig. Lappen, Tücher und Spülbürsten sollten regelmäßig heiß gewaschen oder ausgetauscht werden.
Handhygiene: Waschen Sie sich regelmäßig mit Seife die Hände, vor allem vor dem Essen, nach dem Toilettengang oder vor dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln. Trinken Sie Leitungswasser nur, wenn Sie sicher sind, dass es unbedenklich ist.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Lebensmittelinfektionen: Ursachen & Vorbeugung, Stand 6/2020, unter: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verdauung/lebensmittelinfektion/ursachen-vorbeugung.html (Abruf: 30.7.2025)
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Reisedurchfall vorbeugen, Stand 11/2023, unter: https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/auf-reisen/reisedurchfall-vorbeugen.html (Abruf: 20.4.2026)
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Akuter Durchfall bei Kindern, Stand 4/2020, unter https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/kinderkrankheiten/akuter-durchfall.html (Abruf: 20.4.2026)
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Lebensmittelbedingte Infektionen und Intoxikationen, unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/lm_LMVergiftung_node.html (Abruf: 20.4.2026)
Robert Koch-Institut (RKI): Lebensmittelbedingte Ausbrüche, Stand 4/2026, unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Ausbrueche-von-Infektionskrankheiten/lebensmittelbedingt/lebensmittelbedingte-ausbrueche-node.html (Abruf: 20.4.2026)
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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Nahrungsmittelallergie, Stand 7/2023, unter: https://www.gesundheitsinformation.de/nahrungsmittelallergie.html (Abruf: 30.7.2025)
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Pschyrembel online: Lebensmittelvergiftung, Stand 11/2022, unter: https://www.pschyrembel.de/Lebensmittelvergiftung/K0CMQ (Abruf: 20.4.2026)
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