Brandgefahr! Rückruf für VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und Cupra Born
Von Katja Fastrich

Tausende E-Autos in Deutschland sind betroffen: VW muss bestimmte Baujahre der Modelle ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und Cupra Born wegen Problemen an der Hochvolt-Batterie zurückrufen.
Durch Produktionsfehler eines Zulieferers kann Brandgefahr entstehen
Kraftfahrt-Bundesamt listet den Rückruf jetzt offiziell
Ladebegrenzung auf 80 Prozent als Sofortmaßnahme
Das raten ADAC Technik-Fachleute Fahrzeugbesitzern
Wenige Wochen nach einem Millionenrückruf wegen einer fehlerhaften Schraube muss Hersteller Volkswagen einen neuen Rückruf in Deutschland durchführen. Betroffen sind einige Tausend Fahrzeuge aus den Produktionszeiträumen 2022 bis 2025.
Brandgefahr wegen Fehler an der Hochvolt-Batterie
Qualitätsprüfungen haben ergeben, dass einzelne Hochvolt-Batteriezellen bei bestimmten Fahrzeugen der ID.-Familie nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen. Grund dafür seien Produktionsfehler bei Zulieferern, erklärte ein Sprecher von Volkswagen. "In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen", hieß es.
Weltweit sind mehr als 70.000 Fahrzeuge betroffen
In Deutschland betroffen sind die Modelle VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz aus bestimmten Produktionszeiträumen zwischen 2022 und 2025 sowie der Cupra Born. Bei Volkswagen geht es weltweit um fast 68.000 Autos und deutschlandweit um 8650 Pkw, bei Cupra sind es weltweit 4691 und deutschlandweit 1231 Fahrzeuge.
Škoda-Modelle sind nicht genannt, Audi prüft noch. Die Aktion wird mittlerweile offiziell in der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gelistet. Um diese Modelle geht es:
| Modell | Baujahr | KBA-Rückruf-Code |
|---|---|---|
Cupra Born | 09.2022–05.2024 | 93W4 |
VW ID.3 | 18.09.2023–27.06.2025 | 93MV |
VW ID.4 | 18.09.2023–27.06.2025 | 93MV |
VW ID. Buzz | 18.09.2023–27.06.2025 | 93MV |
VW ID.7 | 18.09.2023–27.06.2025 | 93MV |
VW ID. Buzz | 13.07.2022–06.06.2025 | 93MF |
VW ID.3 | 13.07.2022–06.06.2025 | 93MF |
VW ID.4 | 13.07.2022–06.06.2025 | 93MF |
VW ID.7 | 13.07.2022–06.06.2025 | 93MF |
VW begrenzt das Laden auf maximal 80 Prozent

Als Sofortmaßnahme begrenzt VW das Laden der betroffenen Fahrzeuge zwingend erforderlich auf maximal 80 Prozent, Ladevorgänge dürfen auch nur im Freien stattfinden. Einen Teil der Autos holt der Hersteller im Rahmen des Rückrufs in die Servicebetriebe, wo die Hochvolt-Batterien geprüft werden. Erst wenn eine Batterie als in Ordnung bewertet wird, könne die Ladebegrenzung aufgehoben werden.
ADAC: Ladebegrenzung darf kein Dauerzustand sein
Eine vorübergehende Begrenzung der Batterienutzung kann bei einer konkreten Gefahrenlage notwendig und rechtlich zulässig sein, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten. Eine solche Einschränkung darf aber kein Dauerzustand werden. Die Hersteller sind aus Sicht des ADAC gefordert, die Ursache schnellstmöglich zu klären und eine nachhaltige technische Lösung anzubieten, damit betroffene Fahrzeuge wieder sicher und im ursprünglich vorgesehenen Umfang genutzt werden können.
Welche gesetzlichen Rechte Fahrzeughaltende haben, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Allein die Teilnahme an einer Rückrufaktion bedeutet nicht automatisch, dass das konkrete Fahrzeug mangelhaft ist. Liegt ein Mangel vor, können insbesondere bei Fahrzeugen, die noch der gesetzlichen Sachmängelhaftung unterliegen, Ansprüche gegenüber dem Verkäufer bestehen.
Liegen die Voraussetzungen der Sachmängelhaftung nicht vor, ist der Käufer auf die Unterstützung des Herstellers angewiesen. Insbesondere, wenn Kunden über einen längeren Zeitraum erhebliche Einschränkungen bei Batteriekapazität, Reichweite oder Nutzung ihres Fahrzeugs hinnehmen müssen, sollten die Hersteller angemessene Ausgleichslösungen anbieten.
Die Kundinnen und Kunden erhalten nach Angaben des Herstellers einen Brief. Darin stünden alle wichtigen Informationen – beispielsweise zum genauen Ablauf des Rückrufs und zu den Ansprechpartnern. Wer keinen derartigen Brief bekomme, sei auch nicht betroffen.
Schon im März musste VW E-Autos zurückrufen
Es ist auch nicht der erste Rückruf wegen Batterieproblemen im laufenden Jahr: Bereits im März hatten VW und Cupra deshalb weltweit mehr als 90.000 Autos in die Werkstätten beordert – davon 28.000 in Deutschland.
Mit Material von dpa.